IBT


IBT - Integrative bewegte Traumatherapie

Unter der Prämisse, dass Leben Bewegung und stetige Entwicklung ist, und Trauma Erstarrung, Stillstand und Wiederholung bedeutet, liegt die Besonderheit des Vorgehens bei IBT in der fokussierten Orientierung auf die Bewegung im traumatherapeutischen Handeln:

Beziehung wird als Bewegung wahrgenommen, der Körper und die Bewegung werden als stärkste Ressource eingesetzt und Bewegung als Orientierung im traumatherapeutischen Prozess genutzt.

Das Bewegungs- und Wahrnehmungsspektrum reicht dabei von den Reflexen über die reflexhaften Bewegungen, bis hin zum Bewegungsausdruck.

IBT ist ein ressource- und prozessorientierter Ansatz, der sich dazu eignet, Dissoziation, besonders Körperdissoziation aufzulösen. Damit erweitern sich die Neuverarbeitungsmöglichkeiten traumatischer Erinnerungen. Der Einsatz von IBT hilft, das Bewusstsein über den eigenen Körper, seine Sprache und Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern und damit Vertrauen aufzubauen sowie ein integriertes Selbstgefühl im Körper zu entwickeln.

Im IBT Lehrgang erwerben Sie Kenntnisse über bewegungsorientierte Prozessbegleitung und tiefe, ganzheitliche Traumaverarbeitung. Die IBT-Landkarte des therapeutischen Raumes, ein Leitfaden in 5 Schritten, sowie spezielle Stabilisierungsübungen werden theoretisch und praktisch vorgestellt und eingeübt.

IBT wurde von Romana Tripolt entwickelt und in den letzten Jahren auf mehreren Fachkongressen vorgestellt. Es wird in Österreich als vollständiger Lehrgang, in Deutschland (München - Tanz aus dem Trauma) und Auroville/Indien (IBT Einführung mit Körper- und Bewegungswahrnehmung) unterrichtet.


IBT erklärt an einem Fallbeispiel

Frau M., deren Mutter vor dem Krieg aus Exjugoslawien geflüchtet war, war eine Woche nach ihrer Geburt in Österreich in Pflege gegeben worden. Im Alter von drei bis vier Jahren ist Frau M. durch einen Freund der Pflegemutter sexueller Gewalt ausgesetzt gewesen, bevor sie schließlich von einer liebevollen Familie adoptiert wurde. Frau M. geriet immer wieder in Absencezustände, hasste sich dann selbst und fühlte sich schmutzig. Sie beschrieb, dass es ihr oft sehr schwer falle für ihre Kinder, die sie über alles liebt, innerlich anwesend zu bleiben. Sie wollte besser für ihre Kinder da sein können und daher auch ihre zeitweise extreme Ungeduld und Stimmungschwankungen unter Kontrolle bringen. Da Frau M. an einer komplexen Traumatisierung (cPTSD) litt, waren mehrere IBT Sitzungen im Rahmen einer längeren Therapie notwendig.

Als Ausgangspunkt für die Verarbeitung wurden jeweils die 'Ursprungsbewegungen' gewählt. Das sind jene Stress-Bewegungen, die spontan entstehen, während Frau M. von der subjektiv frühesten Erinnerung in Bezug auf das Thema berichtet, an dem sie jeweils arbeiten wollte. Um Überflutung und Überforderung in der Therapie zu verhindern, wird dieser Erinnerung jeweils lediglich ein Titel gegeben. Während Frau M. die traumatische Erinnerung 'aufruft', wird die Veränderung der Haltung und Körperwahrnehmung von der Therapeutin aufgegriffen. Die spontan entstehenden Bewegungen werden dadurch bewußt gemacht, es wird ihnen gefolgt, auch wenn sie zunächst ganz klein sind. Therapeutin und KlientIn folgen, wie in einem Duett mit spontaner Choreographie, den Bewegungsmustern, die entstehen. Die Klientin wird zwischendurch aufgefordert, alles was an Emtionen, Erinnerungen, Gedanken oder Körperwahrnehmung auftaucht,zu benennen und dadurch zu mentalisieren. Durch die Bewegung in der Gegenwart, wird die Tendenz abzudriften (zu Dissozieren) unterbrochen und der erlittene Schrecken in den heutigen, sicheren Kontext der erwachsenen Frau gestellt.

Nach nur einer IBT Sitzung fühlte Frau M. mehr inneren Abstand zu den spezifischen traumatischen Erinnerungen, die sie in der Sitzung bearbeitet hatte. Sie konnte sich selbst besser beruhigen und eine gegenwärtigere Haltung einnehmen. Das hatte zur Folge, dass sie geduldiger mit ihrer 4-jährigen Tochter umgehen und innerlich anwesend bleiben konnte, wenn diese 'schwieriges' Verhalten zeigte. Frau M. erkannte, dass ihre Tochter gerade jenes Alter erreicht hatte, in dem sie selbst die sexuellen Übergriffe erlebt hatte. Über die Bewegungswahrnehmung in der IBT Sitzung konnte sie nun ihren Körper besser spüren. Statt abzudriften, um sich selbst vor den eigenen traumatischen Erinnerungen zu schützen, konnte Frau M. präsent bleiben und so ihrer Tochter gegenüber liebevoll mütterlich handeln.


Theoretische Grundlagen zu IBT

Bewegung als Ressource in der Traumabehandlung - Praxishandbuch IBT - Integrative Bewegte Traumatherapie
ISBN 978-3-608-89180-5

Publikationen


IBT Lehrgang

Leitung: Mag. Romana Tripolt

Alle Module können einzeln gebucht werden.

  • Traumakompetenz Teil 1
  • IBT Traumatherapie in Bewegung
  • IBT Körper- und Bewegungswahrnehmung für TherapeutInnen
  • Selbsterfahrung: Tanz aus dem Trauma
  • Körperorientierte Affektregulation mit IBT
  • IBT in der Arbeit mit Ego States

Voraussetzungen

Der IBT Lehrgang ist von ÖBVP, Ärztekammer und BÖP zertifiziert

IBT - Integrative bewegte Traumatherapie Lehrgang 20/21

ORT : Markhof, 1030 Wien
Beginn : 02.10.2020
Ende : 20.11.2021
Leitung : Mag. Romana Tripolt und Team

IBT - Integrative bewegte Traumatherapie Lehrgang 2021

ORT : Markhof, 1030 Wien
Beginn : 22.01.2021
Ende : 13.03.2022
Leitung : Mag. Romana Tripolt und Team


IBT Traumakompetenz Teil 1

Grundkenntnisse: Entstehung und Auswirkungen einer Traumatisierung, Neurobiologische Grundlagen: Toleranzfester des Nervensystems und Resilienz, Traumakompensation und Traumaschema, Auftragsklärung und Umgang mit dem 'Traumasog', Grundhaltungen in der Arbeit mit Trauma-Überlebenden, Stabilisierung und praktische Übungen, Einführung in prozessorientierte Traumatherapie mit Schwerpunkt IBT.

Leitung: Mag. Romana Tripolt und Dr. Diana Schaffer

ÖBVP, Ärtzekammer* und BÖP zertifiziert mit 19 Einheiten

Traumakompetenz Teil 1 Herbst 2020

ORT : Markhofgasse 19, 1030 Wien
Beginn : 02.10.2020
Ende : 03.10.2020
Leitung : Dr. Diana Schaffer, MA, BA und Mag.a Romana Tripolt
Information und Anmeldung :
Traumakompetenz Teil 1 Herbst 2020

Traumakompetenz Teil 1 Winter 2021

ORT : Markhofgasse 19, 1030 Wien
Beginn : 22.01.2021
Ende : 23.01.2021
Leitung : Dr. Diana Schaffer und Mag.a Romana Tripolt
Information und Anmeldung :
Traumakompetenz Teil 1 Winter 2021

Gerne bieten wir "Grundlagen der Traumakompetenz" für spezielle Ziel- und Berufsgruppen sowie Institutionen an.
Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse!


IBT Traumatherapie in Bewegung

Dieses Modul vermittelt einen praxisorientierten Einstieg in die 5 Phasen der integrativen bewegten Traumatherapie, sowie die Orientierung an der Landkarte des therapeutischen Raumes.

  • In der Stabilisierungsphase wird der Körper als Ort der Sicherheit (wieder)gewonnen, die Bewegung in den therapeutischen Raum eingeladen.
  • In der Aktualisierungsphase wird im Sinne der KlientInnensicherheit traumatisches Erinnerungsmaterial sanft aktiviert.
  • In der Transformationsphase können sich nicht nur Muskelverspannungen, sondern in der Folge auch alte, dysfunktionale Bewegungs- und Verhaltensmuster lösen.

  • In der Neuverarbeitungsphase, wird eine neue 'Haltung' und größere Variabilität von Beziehungsverhalten auf spielerische Weise erfahren. Die Änderung von negativen, rigiden und damit hinderlichen Denkmustern geht mit der änderung der Körperhaltung und -bewegung einher. Neue Gedanken und Lösungen tauchen auf.

  • In der Integrationsphase wird evaluiert, stabilisiert und die Zeit nach der Sitzung vorbereitet.

Sie lernen im Seminar Methoden und Vorgehensweise der IBT auf Basis des eigenen Erlebens kennen, um sie in die therapeutische Behandlung gezielt zu integrieren. Es sind keinerlei spezielle körperliche oder tänzerischen Voraussetzungen erforderlich. Die Inhalte werden mittels Vortrag, Übungen und Live Demonstrationen vermittelt.

ÖBVP, Ärtzekammer* und BÖP zertifiziert mit 19 Einheiten

IBT - Traumatherapie in Bewegung

ORT : Markhof, 1030 Wien
Beginn : 03.07.2020
Ende : 04.07.2020
Leitung : Mag. Romana Tripolt
Information und Anmeldung :
IBT - Traumatherapie in Bewegung

IBT - Traumatherapie in Bewegung

ORT : Markhof, 1030 Wien
Beginn : 03.09.2021
Ende : 04.09.2021
Leitung : Mag. Romana Tripolt
Information und Anmeldung :
IBT - Traumatherapie in Bewegung

IBT Körper- und Bewegungswahrnehmung für TherapeutInnen

Die neueste Forschung bestätigt, dass Menschen auf der neurobiologischen Ebene - über Spiegelneuronen und limbische Resonanz - in unmittelbarem, in Wechselwirkung befindlichem Kontakt zueinander stehen.

Vor allem in der therapeutischen Arbeit mit Traumaüberlebenden und der schmerzvollen Erfahrung, reagiert der Körper implizit und unwillkürlich mit neurobiologischen Kampf-, Flucht- und Erstarrungsmustern. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Haltung und Befindlichkeit der TherapeutInnen und der KlientInnen aus.

Einerseits sind Selbstfürsorge/Psychohygiene, professionelle Supervision und Weiterbildung hilfreich, um in Balance zu bleiben; Andererseits können wir lernen, gerade mit diesen neurobiologischen Phänomenen therapeutisch zu arbeiten und sie zu gebrauchen.

In der IBT nutzen wir die Bewegungen oder eben Nichtbewegungen des Körpers für den therapeutischen Prozess. Dazu wird es notwendig, die Wahrnehmung für die eigene Körperlichkeit zu erweitern.

An diesen Weiterbildungstagen werden wir unsere Körper- und Bewegungswahrnehmung schulen und dabei jenen ressourcevollen und entspannten Zustand erreichen, der notwendig ist, um die herausfordernde traumatherapeutische Arbeit zu bewältigen und den therapeutischen Spielraum zu erweitern. Der doppelte Nutzen liegt in der unmittelbaren Anwendbarkeit bei der täglichen Arbeit und der Selbstfürsorge.

Methoden:
Bewegungsmeditation, Bewegung mit und ohne Musik, Stabilisierungsübungen aus der IBT, Praxisübungen zur Umsetzung in die eigene Arbeit.

Dieses Modul kann einzeln oder als Teil der IBT Weiterbildung gebucht werden.

ÖBVP, Ärtzekammer* und BÖP zertifiziert mit 19 Einheiten

IBT - Körper- und Bewegungswahrnehmung für TherapeutInnen

ORT : Markhof, 1030 Wien
Beginn : 11.09.2020
Ende : 12.09.2020
Leitung : Mag. Romana Tripolt

IBT - Körper- und Bewegungswahrnehmung für TherapeutInnen

ORT : Markhof, 1030 Wien
Beginn : 19.11.2021
Ende : 20.11.2021
Leitung : Mag. Romana Tripolt

IBT Selbsterfahrung: Tanz aus dem Trauma

In diesem Modul wird mit IBT und freiem, bewusstem Tanz (5Rhythmen) gearbeitet. Er dient als Ressource und stärkt die Verarbeitungsfähigkeit, indem er das Toleranzfenster des Nervensystems erweitern hilft. Tiefe traumatherapeutische Einzelarbeit in der Gruppe wird so möglich. Es sind keinerlei spezielle körperliche oder tänzerische Voraussetzungen erforderlich, außer der Bereitschaft, sich auf angeleitete, freie Bewegung in einer Gruppe einzulassen. Tanz aus dem Trauma ist auch für Klientinnen und Klienten, begleitend zu einer laufenden Therapie, sehr gut geeignet.

Leitung: Mag. Romana Tripolt und Team

ÖBVP, Ärtzekammer* und BÖP zertifiziert mit 27 Einheiten

IBT Selbsterfahrung: Tanz aus dem Trauma

ORT : 2651 Reichenau a.d. Rax
Beginn : 12.06.2020
Ende : 14.06.2020
Leitung : Mag. Romana Tripolt und Team
Information und Anmeldung :
IBT Selbsterfahrung: Tanz aus dem Trauma

Tanz aus dem Trauma - IBT Selbsterfahrung

ORT : Markhof, Markhofgasse 19, 1030 Wien
Beginn : 27.11.2020
Ende : 29.11.2020
Leitung : Mag. Romana Tripolt und Team
Information und Anmeldung :
Tanz aus dem Trauma - IBT Selbsterfahrung

Körperorientierte Affektregulation mit IBT

Die Besonderheit der IBT-spezifischen Affektregulation ist, daß sie beide Pole, die in der Traumatherapie essentiell sind - Struktur und Kreativität - beinhaltet. Struktur gibt Sicherheit und Kreativität innerhalb der Struktur, die nötige Freiheit für die Verarbeitung von traumatischen Erinnerungen. Durch körperorientierte Affektregulation wird das Toleranzfenster des Nervensystems nach und nach sanft erweitert und daurch die Resilienz erhöht.

Statt der bewertenden, leistungsorientierten Haltung, die oftmals mit körperlicher Aktivität und Bewegung einhergeht, steht hier die wahrnehmungsorientierte Herangehensweise im Mittelpunkt und wird immer wieder aktiv eingeübt!

Affektregulation ist

  • die wichtigste Voraussetzung zur prozessorientierten Verarbeitung von Konflikten und akuten Problemen, bis hin zur Traumaverarbeitung
  • ein essentieller Teil der Stabilisierungsphase in der Traumatherapie
  • nur durch Miteinbeziehen des Körpers effektiv, da das ANS - autonome Nervensystem erreicht wird und dadurch spontane Reaktionen moduliert werden können.
  • wichtig für gelungene Beziehungsgestaltung und Erhöhung der Problemlösungskompetenz

IBT - Affektregulation

Mit der Verbindung von spezifischen Körperhaltungen und dem freien Fluß der Bewegung entsteht ein Gesamtkonzept, das eine traumasensitive, transformative Praxis bietet, die von Stabilisierung und Affektregulation bis zur Verarbeitung von Traumata reicht.

Das Gesamtkonzept steht unter dem Motto: "Aus der starren Form in die flexible Haltung kommen". Dies bedeutet sich aus der kompensatorischen Traumabewältigung, die meist starre bis rigide Haltungen und wiederholende Bewegungssmuster mit sich bringt, "herauszuschälen". In der Folge entwickeln sich auch angesichts traumatischer Erfahrungen mehr Bewegungsmöglichkeiten, eine neue Freiheit im Körper und damit eine adäquatere, gegenwärtigere Haltung, in der sich Körper, Gefühl und Geist mehr in Einklang befinden.

Das gezielte Pendeln zwischen gegenwärtiger Sicherheit und der traumatischen Erinnerung ist notwendig für die Bewältigung traumatischer Erfahrungen. In der Traumatherapie setzen wir dem traumakompensatorischen, triggerbaren und damit unkontrollierten Hin- und Her zwischen Chaos und Überwältigung einerseits und Rigidität und Erstarrung andererseits, Struktur die Sicherheit gibt und den kreativen Flow der Neuverarbeitung entgegen. Um KlientInnen auf die Intensität der Verarbeitungsprozesse ganzheitlich vorzubereiten, haben die Übungsabfolgen der IBT Affektregulation einen spezifischen Aufbau, bzw. eine Struktur, die den klinischen Erfahrungen und Implikationen der Traumatherapie entspricht.

1. IBT Affektregulation STRUKTUR:

Wie die Struktur des IBT-Leitfadens zur Traumaverarbeitung (1. Stabilisierung, 2. Aktualisierung, 3. Transformation, 4. Neuverarbeitung, 5. Integration) ist auch die IBT Affektregulation in 5 Schritten aufgebaut.

IBT Affektregulation bietet durch das Baukastensystem eine individualisierte und dennoch standardisierte wiederholbare Vorgehensweise, die Menschen mit Trauma-Erfahrung dabei unterstützt, ihre Körperwahrnehmung zu verbessern, ihre Grenzen deutlich und sanft zu erspüren, sowie das Nervensystem zu regulieren und zu beruhigen.

Jeder der 5 Schritte enthält Übungen, die innerhalb einer 90 minütigen Einheit zu einem schlüssigen Gesamtablauf aus Aufwärmen, Spannung und Kräftigung, Loslassen, Haltungen und Atemlenkung, Atem und Entspannung kombiniert werden können. Die einzelnen Übungen können aber auch von KlinikerInnen und Menschen, die mit Traumaüberlebenden arbeiten, dazu genutzt und kombiniert werden, um individualisierte Abläufe zur Stabilisierung für einzelne Personen oder Personengruppen zusammenzustellen.

1) Aufwärmen:

Vorbereitung auf die Körperübungen und Psychoedukation: "Diese Einheit ist nur für dich da!" Individuelle Grenzen wahrnehmen, nicht vergleichen, Leistungsanspruch und Ehrgeiz zugunsten von Beobachten und Wahrnehmen loslassen, jederzeit pausieren zB. in der "Child Pose". Nichts abwehren. Schmerz als wichtiges Signal verstehen und nicht ignorieren, Wahrnehmung der eigenen Tendenzen (zB Strenge oder Leistungsanspruch, Aufgeben, Resignieren….), Erschöpfung spüren und den Sinn dahinter erkennen. Bewusstsein in alle Zustände lenken, ob sie angenehm oder unangenehm sind!

2) Kräftigung, Spannung:

Arbeiten mit dem sympathischen Teil des NS, Aktivierung, dadurch Atemvertiefung, Kreislauf- und Körpertraining, aktives Aneignen des Körpers und der eigenen Kraft, kräfigende Übungen wie Planke, Warrior Pose, Sonnengruß, Schihocke....

3) Loslassen:

Abschütteln, alle Muskeln, die nicht gebraucht werden loslassen, dynamische Bewegung um die Toleranz für Abreaktionen und heftige Gefühle während der späteren Traumaverarbeitung erhöhen, Hingabe statt Aufgabe üben; Differenzieren lernen zwischen Geschehen-lassen vs. Aufgeben, Resignieren (Ohnmacht)

4) Haltungen und Atemschulung:

Arbeit mit dem parasympathischen Teil des NS, bewusstes Zentrieren, fokussieren auf Atmung und Körper lernen, neue, freie, offene Haltungen einnehmen, Brust- und Bauchatmung, Atemlenkung, Angstgrenzen durch kontinuierlich erweitern und damit Selbstwirksamkeit erfahren, Affektregulation für den Alltag

5) Entspannung:

Arbeit mit dem parasympathischen Teil des NS, Verbindung von Imagination und Körperwahrnehmung (Licht- Farbmeditation, Anspannung-Entspannung von einzelnen Körperteilen u.ä.m.) lenkt die Aufmerksamkeit von Symptomen, hin zu guten Gefühlen; Symptome, die während der Entspannung auftreten können, tolerieren und durch bewußten Einsatz von Imagination und Entspannungsübungen Leidensdruck reduzieren lernen, Übungen in den Alltag mitnehmen.

2. IBT Affektregulation KREATIVITÄT:

  • freie bewusste Bewegung mit Anleitung, mit oder ohne Musik
  • die 3 basalen Unterstützungssysteme
  • einen Schutzraum aufbauen
  • die bewegte Reise durch den Körper
  • eine Ressourcebewegung, Wohlfühlbewegung finden
  • der sichere Ort in Bewegung
  • Gewicht nehmen - Gewicht geben

Ziel:

  • leicht anwendbare Affektregulationsmethoden, die Körper, Emotion und Geist miteinbeziehen
  • Erlernen einfacher Übungen, die in der Praxis angeboten werden können, aber auch zum mit Nachhause nehmen für KlientInnen
  • sicheres Navigieren des Prozesses der Klienten innerhalb des Toleranzfensters des Nervensystems
  • Unterbrechen der Dissoziation und des Traumasoges
  • Stärkung der Resilienz der Klienten und der Therapeuten
  • Vorbereitung für eine sanfte und tiefe, ganzheitliche Traumaverarbeitung
  • leichte und flexible Methoden der Selbstregulation für TraumatherapeutInnen
  • Selbstfürsorge und Psychohygiene, um sekundäre Traumatisierung zu verhindern

Voraussetzungen:
Traumakompetenz Teil 1 oder Ausbildung in einer traumatherapeutischen Methode.

ÖBVP, Ärtzekammer* und BÖP zertifiziert mit 24 Einheiten

IBT Affektregulation

ORT : MARKHOF, Markhofgasse 19, 1030 Wien
Beginn : 11.12.2020
Ende : 13.12.2020
Leitung : Mag. Romana Tripolt
Information und Anmeldung :
IBT Affektregulation

IBT in der Arbeit mit Ego States

„Wenn man älter wird, verliert man nichts. Die Kindheit, die Jugend... das ist alles immer noch da. Im Alter gibt es einfach verschiedene Schichten der Existenz, die einander überlagern.“
(Yoko Ono)

Traumatische und schmerzhafte Erfahrungen, die in jüngeren Jahren gemacht wurden, sind, wenn sie nicht verarbeitet werden können, in Persönlichkeitszuständen und -anteilen (Ego States) ein Leben lang präsent.

Aktuelle Auslöser wie Beziehungskonflikte, oder andere Herausforderungen, bringen alte Reaktionsmuster und Traumaschemata zum Vorschein. Es zeigen sich Persönlichkeitsanteile aus früheren Jahren, die mit ihren kindlichen Überlebensmustern auf die gegenwärtige Situation reagieren. Diese unreifen Handlungsmuster und Wiederholungstendenzen basieren meist auf Kampf/Flucht und/oder sind auf Vermeidung ausgerichtet.

Sie lösen Konflikte aus, oder verstärken sie und führen oftmals zu Reinszenierungen.

In der therapeutischen Arbeit zeigen sich Ego States spontan meist während eines Verarbeitungsprozesses. In der Traumatherapie sind wir gefordert, dies zu erkennen um sensibel und kompetent damit umzugehen.

Dazu nutzen wir in der Arbeit mit IBT den Körper und seine unmittelbaren reflexhaften Bewegungen, um frühe Persönlichkeitsanteile und Ego States zu identifizieren. Es gelingt über die Bewegung, in die jeweiligen Anteile zu schlüpfen, um sie zu erforschen und ihre Intentionen und Motive anzuerkennen.

Die alten Reaktionsmuster können so wissentlich erlebt und zugunsten gegenwärtigerer, erfolgreicherer Handlungsstrategien verändert werden. Bewusste Bewegung führt dabei zu einer organischen, prozesshaften Entwicklung und einem ganzkörperlichen Erleben. Das beabsichtigte hinter-sich-Lassen alter Reaktions- und Vermeidungsmuster gelingt.

Aus blinder Agitation wird bewusste Aktion - aus Erstarrung und Dissoziation entsteht präsente Entspannung und Beruhigung.

Theoretischer Hintergrund:
IBT- Integrative Bewegte Traumatherapie, Konzept der strukturellen Dissoziation (E. Nijenheus, O.v.d. Hart)

Methoden:
IBT, Vortrag, Live-Demonstration, Selbsterfahrung im Austausch mit KollegInnen, bewusste Bewegungseinheiten mit und ohne Musik

Auf Wunsch bieten wird dieses Sonderseminar auch für Gruppen oder für therapeutische Institutionen an. Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse!

ÖBVP, Ärtzekammer* und BÖP zertifiziert mit 24 Einheiten

  • Die Ärztekammer zertifiziert Lehrgänge erst und nur dann, wenn Mitglieder dafür angemeldet sind. Bitte tragen Sie Ihre DFP-Punkte nach dem Seminar selbständig in Ihre Fortbildungsliste.

IBT in der Arbeit mit Ego States

ORT : Markhof, 1030 Wien
Beginn : 13.11.2020
Ende : 15.11.2020
Leitung : Mag. Romana Tripolt
Information und Anmeldung :
IBT in der Arbeit mit Ego States