IBT Affektregulation


Körperorientierte Wahrnehmungspraxis in Bewegung und Ruhe. Übungen zum Ressourceaufbau und als Vorbereitung zur Traumaverarbeitung

Um die IBT und deren Arbeit mit der freien, bewussten Bewegung vorzuberieten, werden in der IBT Affektregulation spezifische Haltung und Atemübungen zur Verfügung gestellt.

Dadurch entsteht ein IBT Gesamtkonzept, das eine traumasensitive, transformative Praxis bietet, die von Stabilisierung und Affektregulation bis zur Verarbeitung von Traumata reicht.

Das Gesamtkonzept steht unter dem Motto: "Aus der starren Form in die flexible Haltung kommen". Dies bedeutet sich aus der kompensatorischen Traumabewältigung, die meist starre bis rigide Haltungen und wiederholende Bewegungssmuster mit sich bringt, "herauszuschälen". In der Folge entwickeln sich auch angesichts traumatischer Erfahrungen mehr Bewegungsmöglichkeiten, eine neue Freiheit im Körper und damit eine adäquatere, gegenwärtigere Haltung, in der sich Körper, Gefühl und Geist mehr in Einklang befinden.

Das gezielte Pendeln zwischen gegenwärtiger Sicherheit und der traumatischen Erinnerung ist notwendig für die Bewältigung traumatischer Erfahrungen. In der Traumatherapie setzen wir dem traumakompensatorischen, triggerbaren und damit unkontrollierten Hin- und Her zwischen Chaos und Überwältigung einerseits und Rigidität und Erstarrung andererseits, Struktur die Sicherheit gibt und den kreativen Flow der Neuverarbeitung entgegen. Um KlientInnen auf die Intensität der Verarbeitungsprozesse ganzheitlich vorzubereiten, haben die Übungsabfolgen der IBT Affektregulation einen spezifischen Aufbau, bzw. eine Struktur, die den klinischen Erfahrungen und Implikationen der Traumatherapie entspricht.

  1. IBT Affektregulation STRUKTUR:

Wie die Struktur des IBT-Leitfadens zur Traumaverarbeitung (1. Stabilisierung, 2. Aktualisierung, 3. Transformation, 4. Neuverarbeitung, 5. Integration) ist auch die IBT Affektregulation in 5 Schritten aufgebaut.

IBT Affektregulation bietet durch das Baukastensystem eine individualisierte und dennoch standardisierte wiederholbare Vorgehensweise, die Menschen mit Trauma-Erfahrung dabei unterstützt, ihre Körperwahrnehmung zu verbessern, ihre Grenzen deutlich und sanft zu erspüren, sowie das Nervensystem zu regulieren und zu beruhigen.

Jeder der 5 Schritte enthält Übungen, die innerhalb einer 90 minütigen Einheit zu einem schlüssigen Gesamtablauf aus 1.Aufwärmen, 2.Spannung und Kräftigung, 3.Loslassen 4.Haltungen, Atemlenkung 5.Atem und Entspannung kombiniert werden können. Die einzelnen Übungen können aber auch von KlinikerInnen und Menschen, die mit Traumaüberlebenden arbeiten, dazu genutzt und kombiniert werden, um individualisierte Abläufe zur Stabilisierung für einzelne Personen oder Personengruppen zusammenzustellen.

IBT Affektregulation

ORT : MARKHOF, Markhofgasse 19, 1030 Wien
Beginn : 11.12.2020
Ende : 13.12.2020
Leitung : Mag. Romana Tripolt
Information und Anmeldung :
IBT Affektregulation

Zielgruppe:

  • TherapeutInnen: Selbstfürsorge und traumasensible Bewegungspraxis, TraumatherapeutInnen können die Übungungen für sich selbst nutzen, um sekundäre Traumatisierung zu verhindern und immer wieder körperlich, emotional und geistig offen und frei für transformative, ganzheitliche Traumaarbeit zu bleiben.

  • KlientInnen: Zur Affektregulation, Stabilisierung, Körperwahrnehmung und um Körper- und Bewegungsbewusstsein zu erhöhen.

Ziele:

  • Stabilisieren und Affektregulation
  • Toleranzfenster vergrößern
  • Resilienz stärken
  • Affektregulation im Alltag lernen
  • therapeutisches Arbeiten
  • duale und fokussierte Wahrnehmungen von Körper und Geist üben
  • Psychoedukation: Mögliche körperliche und seelische Zustände und Erfahrungen, die während der Übungen auftreten können und deren traumaspezifischen Kontext erläutern. Zb. Zittern, plötzlicher Schmerz, Unlustgefühle, Selbstkritik …

1) Aufwärmen:

Vorbereitung auf die Körperübungen und Psychoedukation: "Diese Einheit ist nur für dich da!" Individuelle Grenzen wahrnehmen, nicht vergleichen, Leistungsanspruch und Ehrgeiz zugunsten von Beobachten und Wahrnehmen loslassen, jederzeit pausieren zB. in der "Child Pose". Nichts abwehren. Schmerz als wichtiges Signal verstehen und nicht ignorieren, Wahrnehmung der eigenen Tendenzen (zB Strenge oder Leistungsanspruch, Aufgeben, Resignieren….), Erschöpfung spüren und den Sinn dahinter erkennen. Bewusstsein in alle Zustände lenken, ob sie angenehm oder unangenehm sind!

2) Kräftigung, Spannung:

Arbeiten mit dem sympathischen Teil des NS, Aktivierung, dadurch Atemvertiefung, Kreislauf- und Körpertraining, aktives Aneignen des Körpers und der eigenen Kraft, kräfigende Übungen wie Planke, Warrior Pose, Sonnengruß, Schihocke....

3) Loslassen:

Abschütteln, alle Muskeln, die nicht gebraucht werden loslassen, dynamische Bewegung um die Toleranz für Abreaktionen und heftige Gefühle während der späteren Traumaverarbeitung erhöhen, Hingabe statt Aufgabe üben; Differenzieren lernen zwischen Geschehen-lassen vs. Aufgeben, Resignieren (Ohnmacht)

4) Atemschulung:

Arbeit mit dem parasympathischen Teil des NS, bewusstes Zentrieren, fokussieren auf Atmung und Körper lernen, Brust- und Bauchatmung, Atemlenkung, Angstgrenzen durch kontinuierlich erweitern und damit Selbstwirksamkeit erfahren, Affektregulation für den Alltag

5) Entspannung:

Arbeit mit dem parasympathischen Teil des NS, Verbindung von Imagination und Körperwahrnehmung (Licht- Farbmeditation, Anspannung-Entspannung von einzelnen Körperteilen u.ä.m.) lenkt die Aufmerksamkeit von Symptomen, hin zu guten Gefühlen; Symptome, die während der Entspannung auftreten können, tolerieren und durch bewußten Einsatz von Imagination und Entspannungsübungen Leidensdruck reduzieren lernen, Übungen in den Alltag mitnehmen.